4 Monate absolute Bettruhe aufgrund von vorzeitigen Wehen • Interview

Michaela.

Mama von Sohn Florian.

Vorzeitige Wehen in der 22. SSW.

10 Tage Krankenhausaufenthalt.

4 Monate Bettruhe.

Natürliche Geburt am Geburtstermin.

Was ist in deiner Schwangerschaft passiert?

In der 22. SSW verspürte ich ein starkes Ziehen im Bauch. Dies war sehr unangenehm und hat mich stark verunsichert. Daraufhin fuhr ich in das nächste Krankenhaus, weil es näher war als die Ordination meines Gynäkologen. Im Krankenhaus wurde sofort einen Ultraschall gemacht und ich wurde an den Wehenschreiber gehängt. Es war klar ersichtlich, dass es sich um starke echte Wehen handelte. „Das ist doch viel zu früh“, dachte ich, „mein Kind ist ja noch nicht bereit für eine Geburt“… Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass ich echte Wehen hatte, ich dachte das sind normale Braxton-Hicks-Wehen, die schon während der Schwangerschaft eintreten können.

Ich musste gleich im Krankenhaus bleiben, und es wurden alle möglichen Untersuchungen gemacht, aber es gab kein weiteres Ergebnis außer starke echte Wehen. Einerseits war es eine Erleichterung, andererseits war ich beunruhigt.

Wie war deine erste Reaktion?

Die ersten drei Nächte konnte ich fast nicht schlafen. Ich hatte Angst und Panik vor einer Frühgeburt. Die Medikamente, die ich zur Reduktion der Wehen intravenös bekommen hatte, zeigten keinen Effekt. Das hat mich stark verunsichert. Es war mir allerdings klar, dass ich die Angst in den Griff bekommen musste! Das ganze Ärzteteam und die Hebammen waren so liebevoll und positiv unterstützend, dass ich schnell Vertrauen und Zuversicht gewonnen habe. Nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt durfte ich wieder nach Hause, allerdings unter der Bedingung, mich zu Hause im Bett zu schonen, und jeglichen körperlichen oder psychischen Stress zu vermeiden, um das Baby so lange wie möglich im Bauch zu behalten.

Wie hast du die unmittelbare Situation zu Hause gemeistert?

Eine Hebamme hat mir ein Ultraschallbild von meinem Baby auf das Nachtkästchen gestellt und gesagt: „Damit du weißt, für wen du kämpfst!“ Eine andere Hebamme hat mir den Tipp gegeben, mir das Naturprodukt „Gebärmutter Ruh & Wohl Tee“  der Hebamme Traude Trieb zu bestellen, da meine Wehen trotz Medikamenten nicht und nicht nachgelassen haben. Ich weiß zwar nicht, ob es wirklich der Tee war, aber meine Wehen haben tatsächlich nachgelassen, sobald ich den Tee regelmäßig getrunken habe und den genauen Angaben zur Einnahme folgte.

Es war mir auch ganz klar, dass „wenn ich ruhig bin, entspannt sich alles.“

Wie hast du den Alltag gemeistert?

Meine Mama und Schwiegermutter haben mir Essen gekocht und im Haushalt ein bisschen mitgeholfen. Mein Lebenspartner hat den Haushalt komplett übernommen – er hat alle Einkäufe erledigt, die Wäsche gewaschen und geputzt.

Meine Arbeitskollegen haben mir immer wieder Pakete mit Unterhaltungsmaterial geschickt – vor allem Bücher von jedem Genre, Karten mit positiven Sprüchen und DVDs. Ich habe mich mit den DVDs „genüsslich berieseln lassen“, wofür ich mir sonst nie die Zeit genommen hatte, da so etwas in meinem Alltag keinen Platz hatte.

Die wöchentlichen Entwicklungsschritte meines Babys konnte ich in einem Schwangerschaftsbuch genau verfolgen. Dabei habe ich mir immer gedacht: „Es wäre toll wenn das Baby die nächste Woche im Mutterleib auch noch übersteht und lebensfähiger wird“.

Ich habe auch jede Woche und jede Entwicklungsphase gefeiert!

Von der Weihnachtsfeier an hoffte ich, dass mein Baby bis zum Fasching im Bauch bleiben wird. Und ich hatte vor meinem Fenster einen Baum stehen, der irgendwie zu meinem Kraftsymbol geworden ist. Meine Schwangerschaftskomplikationen haben ja im Winter vor Weihnachten begonnen, und ich habe mir immer gedacht, dass ich es bis zur ersten Knospe am Baum schaffen möchte. Mein errechneter Geburtstermin war im Mai, und meine Ärzte meinten immer, wenn ich es bis März schaffe, ist es schon großartig! Somit haben mich die Jahreszeiten ganz intensiv begleitet.

Ich habe auch sehr viel mit Freunden, Familienmitgliedern und Arbeitskollegen telefoniert. Das hat mich sehr abgelenkt und mir das Gefühl gegeben, überall miteinbezogen zu sein.

Weiters hatte ich einen Beistelltisch neben mir, auf dem immer frisches Obst, Brot und Wasser sowie Bücher, Laptop und mein Handy griffbereit lagen.

Was war deine größte Herausforderung?

Dass ich so plötzlich aus meinem Arbeitsalltag herausgerissen wurde, ohne bereit zu sein, beruflich alles so schnell zu übergeben.

Außerdem hatte ich  viel Angst vorm Aufstehen, denn da gingen meine Wehen sofort los. Somit verbrachte ich die meisten Wochen liegend auf einer Seite im Bett, weil sonst die Wehen gleich wieder losgingen.

Babyausstattung hatte ich auch noch keine besorgt und musste alles online kaufen: den Kinderwagen, den Wickeltisch, das Babybett, Gewand … Ich hätte mir diese Sachen lieber persönlich angesehen.

Zeitgleich waren wir gerade aktiv am Haus bauen, und ich musste viele Entscheidungen meinem Mann überlassen. Obwohl wir z. B. Küchenpläne zu Hause gemeinsam überarbeitet haben, sind Entscheidungen gefallen, bei denen ich gerne mitgewirkt hätte. Aber es gab zu diesem Zeitpunkt eine andere Priorität in meinem Leben. Es war mir wichtiger mein Baby so lange wie möglich auszutragen, als die perfekte Küche oder Babyausstattung zu haben.

Was hat dir am meisten geholfen?

Ich hatte immer das Gefühl „das machen wir gemeinsam“. Sowohl mit den Ärzten und Hebammen im Krankenhaus, wo ich regelmäßig meine Untersuchungen hatte, als auch mit meinem Gynäkologen, der immer aufbauende Worte für mich hatte.

Der regelmäßige Austausch mit meinen Arbeitskollegen hat mir auch sehr geholfen und mich auf andere Gedanken gebracht.

Entspannungsmusik! Ich habe schon im Krankenhaus begonnen viel Entspannungsmusik zu hören, und das habe ich in meinen Alltag einfließen lassen. Sogar heute spiele ich noch gerne dieselbe Musik meinem Sohn vor, vor allem, wenn er krank ist oder ich ihm eine entspannte und ruhige Atmosphäre geben möchte.

Zusätzlich zum „Gebärmutter Ruhe und Wohl Tee“ von Traude Trieb habe ich mir von derselben Produktserie ein sehr angenehm und gut riechendes Körperöl gegönnt, das war zusätzlich wie Balsam für die Seele.

Das alles hat mir geholfen,  meine Ruhe und das Vertrauen zu bewahren, dass wir es schaffen werden.

Hast du dich mit dem Thema einer möglichen Frühgeburt befasst?

Nein, ich habe dieses Thema bewusst zur Seite geschoben und ausgeblendet. Ich habe ein ganz starkes inneres Gefühl von Vertrauen gespürt und mich auch darauf verlassen. Meine regelmäßigen Kontrollen im Krankenhaus haben mich darin sehr bestärkt.

Hast du in dieser Zeit etwas Neues entdeckt, z. B. eine neue Leidenschaft?

Ja, ich habe meine Leidenschaft zur klassischen Musik entdeckt.

Hattest du besondere Sehnsüchte?

Dann, als ich schon beruhigter war und das Baby sich gut entwickelt hatte, wollte ich nur raus in die Natur.

Wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet?

Ich habe nur das Buch „Geburt und Wochenbett“ gelesen. Ich konnte zwar nicht, wie ich mir immer vorgestellt hatte, mich mit Yoga und Geburtsvorbereitungsgymnastik auf die Geburt vorbereiten, aber ich habe es sogar gegen Ende der Schwangerschaft zweimal zum Turnen geschafft. 

Wie war dann deine Geburt? Wie lange blieb dein Baby im Bauch?

Meine Geburt war am errechneten Tag des Geburtstermins! Ganz schnell, unkompliziert und genau in dem Krankenhaus, in das ich immer wollte.  Dort hatte ich ja alle Kontrolltermine der letzten Monate und kannte die meisten Ärzte und Hebammen.

Das Gefühl, dass ich genau dort zum Gebären hingehen konnte, wo ich immer hinwollte, und dass ich es soweit geschafft hatte, war unglaublich. Diese vertraute Umgebung und das Ärzteteam … ich war sehr entspannt und habe immer das Gefühl gehabt, dass ich wirklich gut aufgehoben bin. Die Ärzte konnten es alle nicht glauben, dass ich es bis zum Schluss geschafft habe. Es war für alle ein unglaubliches Erlebnis meinen Sohn gesund auf die Welt zu bringen.

Danke liebe Michaela, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

Gerne. Eines möchte ich noch sagen: Ich hätte mir damals gewünscht, mich mit jemandem austauschen zu können, der auch gerade schwanger ist. Vielleicht sogar eine Frau in einer ähnlichen Situation. Oder eine Community, in der ich hätte Fragen stellen können. Das hätte mir damals sehr geholfen.

Geht es dir vielleicht gerade ähnlich?
Komm in die BABYOU Community.
Hier findest du Gleichgesinnte!

2019-04-16T21:56:09+00:00

Leave A Comment